Übersicht über die Besonderheiten
- Auftraggeber: Onogo (Ukyo-ku, Kyoto; Anbaugebiet für Kitayama-Zedern)
- Auftrag: Erstellung einer Website zur Förderung des Zuzugs
- Aufgabenbereich: Konzeption, Interviews mit Einwohnern, Inhaltsgestaltung, Design, Programmierung
- Schwerpunkte der Umsetzung: Von den Einwohnern mitgestaltete Informationsstruktur / Einführung eines „Schnupper-Schritts“ durch Probewohnungen
Nur eine kurze Autofahrt vom Stadtzentrum von Kyoto entfernt gibt es einen Ort, an dem sich sowohl der Geruch der Luft als auch die Kühle auf der Haut verändern.„Onogo“ hat als Anbaugebiet der Kitayama-Zeder seit jeher still seine Geschichte geschrieben. Hier gibt es Zedernhaine, die sich gerade in den Himmel erheben, und das Plätschern des Kiyotaki-Flusses, der sich wie ein Faden durch sie hindurchschlängelt. Es ist ein Dorf, in dem die Zeit anders verläuft als in der städtischen Hektik – ein Ort, an dem man tief durchatmen möchte.
Aus diesem Onogō erhielten wir die Anfrage: „Wir möchten eine Website zur Förderung des Zuzugs erstellen.“ Auch wenn wir in Kyoto bereits zahlreiche Websites zum Thema Zuzug erstellt haben, war es bei diesem Projekt besonders wichtig, eine Brücke zwischen der Region und den potenziellen Zuzüglern zu schlagen.
Die Aufrichtigkeit, dass es nicht „jeder“ sein darf

Bei meinem ersten Besuch in Ono-go und im Laufe zahlreicher Gespräche wurde mir klar, dass dies kein Ort ist, an dem es einfach nur darum geht, „die Einwohnerzahl zu erhöhen“ oder „jeden zu begrüßen, der kommen möchte“.
Ono-go ist ein geschichtsträchtiger Ort, eingebettet in die Berge. Gerade deshalb ist es nicht möglich, hier einfach so ein neues Haus zu bauen, wie es bei sogenannten Baugrundstücken der Fall ist. Es gibt Vorschriften zum Schutz der Landschaft, und die Hürden für einen Neubau sind keineswegs gering. Das ist nicht nur eine Frage der Kosten, sondern erfordert auch die „Entschlossenheit“, sich auf diesen Ort einzulassen – indem man ein seit langem bestehendes Gebäude übernimmt und dessen Geschichte weiterführt.
„Wir wollen nicht einfach alles an einen Bauunternehmer abgeben, sondern gemeinsam über die Herausforderungen nachdenken und das Projekt wie ein handgefertigtes Kunstwerk gestalten.“
Diese Worte unseres Ansprechpartners waren ein wichtiger Ausgangspunkt, der die Richtung dieses Projekts bestimmte. Es geht nicht darum, eine Vorlage anzuwenden, sondern durch wiederholten Dialog den einzigartigen „Charakter“ dieses Ortes zu gestalten. Dies deckte sich mit der Vorgehensweise, die wir bei unserer Arbeit ohnehin stets schätzen.
Die Wärme des Alltags jenseits des Bildschirms

Bei meinen zahlreichen Spaziergängen durch Ono-go spürte ich besonders stark die „enge Verbundenheit“ zwischen den Bewohnern.
Es ist ganz selbstverständlich, dass man sich gegenseitig ins Gesicht sieht. Im Alltag ist eine Beziehung lebendig, in der man frisch geerntetes Gemüse miteinander teilt und sich in schwierigen Zeiten ganz selbstverständlich gegenseitig hilft. Wie können wir diese Herzlichkeit Menschen vermitteln, die einen Umzug in Betracht ziehen? Deshalb haben wir uns für den Ansatz **„Eine Website, auf der die Einwohner im Mittelpunkt stehen“** entschieden.
Anstelle des üblichen Schemas von Zuwanderungswebsites, auf denen lediglich Landschaftsfotos und Informationen zu Einrichtungen aufgeführt werden, zeigen wir unverfälscht die Gesichter der Menschen, die tatsächlich in diesem Dorf leben und arbeiten. Zu diesem Zweck haben wir jeden einzelnen Einwohner persönlich interviewt. Bei einer Tasse Tee auf der Veranda haben wir uns Zeit genommen, um jedem Einzelnen aufmerksam zuzuhören.Was bereitet ihnen Schwierigkeiten, worin finden sie Unterstützung und warum haben sie sich für diesen Ort entschieden? Wir waren der Ansicht, dass die unverfälschten Worte, die dabei zum Ausdruck kommen, für potenzielle Zuzügler die vertrauenswürdigsten Informationen darstellen. Sie sollen diesen Ort sozusagen „ausprobieren“, bevor sie sich entscheiden.
Der Kern der Überzeugungskraft: Der „Probeschritt“ namens „Erlebniswohnhaus“

Besonderen Wert haben wir bei diesem Projekt auf die Gestaltung der Seite „Erlebniswohnungen“ gelegt, auf der man das tatsächliche Leben vor Ort hautnah erleben kann. Wir sind der Meinung, dass sich die Überzeugungskraft dieser Website als Umzugsportal genau hier konzentriert.
Ein Umzug ist eine große Entscheidung im Leben. In dieser Region, in der die Menschen eng miteinander verbunden sind und es im Winter sehr kalt werden kann, kann die plötzliche Entscheidung, hier zu „leben“, sowohl für die Einheimischen als auch für die Zuzügler eine große Belastung darstellen.
Viele Websites zum Thema Zuzug stellen Begrüßungsformeln wie „Willkommen“ oder „Wir freuen uns auf Sie“ in den Vordergrund. Was potenzielle Zuzügler jedoch tatsächlich beunruhigt, sind die damit verbundenen Gedanken: „Was, wenn es nicht passt?“ oder „Was, wenn es kein Zurück mehr gibt?“ Genau deshalb war es notwendig, nicht sofort einen vollständigen Umzug vorzuschlagen, sondern zunächst einen Ort zu schaffen, an dem man das Leben „ausprobieren“ kann.
So wie man Kleidung anprobiert oder bei Verwandten übernachtet.Die dichte Morgennebel, die Stille der Nacht und die Begrüßungen mit den Nachbarn sollen zunächst im Rahmen eines Kurzaufenthalts hautnah erlebt werden. Wenn es nicht passt, ist das in Ordnung; wenn man das Gefühl hat, dass es passt, kann man den nächsten Schritt wagen. Wir waren der Ansicht, dass dieser „Spielraum für einen Rückzug“ die psychologische Hürde für potenzielle Zuzügler senkt.
Auch auf der Website werden die Informationen zu den Testwohnungen (Möglichkeiten während des Aufenthalts, Anlaufstellen für Beratung, nächste Schritte) besonders sorgfältig dargestellt. Vor der schwerwiegenden Entscheidung zum Umzug steht die Möglichkeit eines kleinen „Schnupperaufenthalts“. Ich habe das Gefühl, dass gerade diese Gestaltung der Faktor war, der die Aufrichtigkeit der Region Onogo am besten zum Ausdruck gebracht hat.
Die Attraktivität der Region durch Informationsgestaltung vermitteln
Auf der fertigen Website sind zahlreiche Gesichter und Zitate der Einwohner zu sehen. Dies ist ein Beleg dafür, dass Ono-go nicht nur aus der Landschaft und der Lage besteht, sondern auch von den Menschen, die dort leben.
- Eine Haltung, die nicht von Dienstleistern vorangetrieben wird, sondern gemeinsam mit der Region entsteht
- Aussagen aus dem tatsächlichen Alltag, basierend auf Interviews mit Einwohnern
- Das „Erlebniswohnen“ – ein Konzept, das die psychologischen Hürden vor dem Umzug abbaut
Durch die Einbindung dieser drei Elemente in die Informationsgestaltung ist die Website zur Förderung des Zuzugs unserer Ansicht nach nicht nur eine reine Informationsseite, sondern fungiert als Schnittstelle, die die Region mit potenziellen Zuzüglern verbindet.
Ebenso laden wir Kommunalverwaltungen und regionale Akteure, die sich fragen: „Wie können wir die Attraktivität unserer Region am besten vermitteln?“ oder „Wir erwägen die Einrichtung einer Website zur Förderung von Zuzug und Ansiedlung“, herzlich ein, sich mit uns in Verbindung zu setzen.